Freiheit und Verantwortung

Durch Corona und die Klimakrise ist das Thema aktuell wie lange nicht. Doch auch Kunst und gestaltendes Handwerk sind betroffen. Mehr in der Herbstausgabe 3-2021.

Während weltweit Wälder brennen und Flutkatastrophen Menschenleben fordern, vermehrt auch in Europa und hierzulande, pochen immer noch viele auf ihre persönliche Freiheit – die Freiheit, überdimensionierte Autos zu fahren, zu reisen, wie oft und wohin man will, täglich Fleisch zu essen, die Böden und das Grundwasser zu vergiften, die absurdesten und unnötigsten kurzlebigen Dinge zu kaufen und vieles mehr. Auch die Sorge um die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen kann sie nicht dazu bewegen, ihre Freiheitsrechte zu überdenken und mit der nötigen Verantwortung für andere, für das Allgemeinwohl in eine neue Balance zu bringen.

Die Freiheit der Kunst wurde immer wieder hart erkämpft. Sie ist ein hohes Gut und wo sie unterdrückt wird, sind auch andere demokratische Rechte nicht mehr gewährleistet. Doch sind KünstlerInnen und DesignerInnen in der Regel sensible Menschen und aufgefordert, mehr Verantwortung für die Erfordernisse unserer Zeit zu übernehmen. Nicht wenige haben längst damit begonnen. Einige Beispiele finden sich in der Herbstausgabe von Art Aurea.

Otto Baier, Danner Stiftung

Der Münchner Kunstschmied und Künstler Otto Baier ist in der elterlichen Schmiede im Stadtteil Obermenzing aufgewachsen. Indem er eine Ausbildung zum Kunstschmied machte und Kundenaufträge sorgfältig ausführt, ist er seiner Verantwortung gerecht geworden, eine der ältesten Schmieden Deutschlands zu bewahren. Mit seinen bildhauerischen Arbeiten kommt er zudem seinem Bedürfnis nach Freiheit nach; ein schöner Beweis, dass sich Freiheit und Verantwortung nicht ausschließen oder wie Julie Metzdorf titelt, „Freiheit mit Tradition“ verbinden lässt.

Gabriele und Christian von Lehsten

Ein weiteres Beispiel, Freiheit mit Verantwortung zu verbinden, beweisen Gabriele und Christian von Lehsten. Mit dem Erwerb des historischen Gutshauses Rothen in Mecklenburg-Vorpommern und dessen stilvoller Renovierung haben sie sich 2004 einen Lebenstraum erfüllt. Gemeinsam mit anderen GestalterInnen organisiert das Paar Kulturveranstaltungen, regt politische Diskussionen an und nutzt ihr Anwesen und die schönen Räume für öffentliche Ausstellungen und Konzerte.

Renée Reichenbach

Renée Reichenbach, Fischmesser, 2018. Foto R. Hentze.

Dass Freiheit und Verantwortung gelehrt und gelernt werden können, zeigt unser Beitrag über die Ausstellung in der Galerie Metzger mit Renée Reichenbach, Antje Scharfe und Karl Fulle. Alle drei haben noch zu DDR-Zeiten an der Burg Giebichenstein in Halle an der Saale bei Gertraud Möhwald studiert. „Mit ihrer unorthodoxen und toleranten, gleichwohl unnachgiebigen Haltung hat sie Generationen von Studenten zu disziplinierter, selbständiger künstlerischer Arbeit ermutigt … Sie fragte nach der ‚Berechtigung eines jeden Stückes‘“. Das Zitat von Renate Luckner-Bien bringt es auf den Punkt, wie Freiheit und Verantwortung ausgeübt werden sollte.

Laurenz Stockner, Photo Jürgen Eheim

„Alchemie der Oberfläche“ heißt die Ausstellung mit Werken von Peter Bauhuis, Laurenz Stockner und Arnita Tarnutzer im Gewerbemuseum Winterthur. In der Herbstausgabe 2021 von Art Aurea. Hier ein Kupfergefäß von Laurenz Stockner, Photo Jürgen Eheim.

Roger und Jacotte Capron

Keramikskulptur von Roger und Jacotte Capron. Ausstellung in der Galerie de la Perle Noire in Agde, Südfrankreich. In der Herbstausgabe 2021 von Art Aurea. Foto Philipp Capron.

Wasinburee Supanichvoraparch

Morai von Wasinburee Supanichvoraparch, 2021, Höhe 58 cm. Ein weiterer Ausstellungsbericht über die eindrucksvollen Keramiken aus der Kobalt Serie sowie malerische Meditationen in Schwarz und Weiß von Jiratchaya Pripwai. Dazu antike Kunst aus Thailand in der Galerie Marianne Heller, Heidelberg.

Durch die neue Rubrik „Arts Crafts World“ und eine ganze Reihe weiterer interessanter Ausstellungsbesprechungen bietet die Herbstausgabe ein wahres Füllhorn spannender Werke und Ideen zeitgenössischer Kunst und Gestaltung – so frei wie möglich und in voller Verantwortung für eine bessere Welt, in der Kunst, Kultur und Natur im Einklang sind.

Konzept und Zielsetzungen

ART AUREA erscheint vierteljährlich komplett zweisprachig auf Deutsch und Englisch. Das Magazin ist ein weltweit einzigartiges, Kulturen und Völker verbindendes Forum für alle Kunstformen, die aus handwerklichen Traditionen entstanden sind.

ART AUREA zeigt beispielhafte Werke und Konzepte renommierter ebenso wie junger KünstlerInnen. Kunst und gestaltendes Handwerk werden als wesentliche Elemente der Alltagskultur gleichwertig behandelt.

Besondere Beachtung findet der Einklang von Kultur, Kunst und Handwerk mit Natur und Umwelt. Jede der vier Ausgaben bietet vielfältige Inspirationen für ein sinnstiftendes, nachhaltiges Leben mit Kunst und anspruchsvoll gestalteten Dingen der Kultur.

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