Töpfermarkt Dießen 2021 endgültig abgesagt

Auch der Juli-Termin, geplant war vom 22. bis 25. Juli 2021, kann wegen der Pandemie nicht stattfinden.

„Schweren Herzens müssen wir nun auch im zweiten Jahr den beliebten und bekannten Töpfermarkt absagen, der für unsere Marktgemeinde von so großer Bedeutung ist. Die aktuelle Pandemielage lässt leider, trotz derzeit niedrigen Inzidenzen, keine wirklich verlässliche Prognose und Sicherheit für eine Durchführung zu“, sagt Dießens erste Bürgermeisterin Sandra Perzul. „Im Hinblick auf die Planungssicherheit für die Aussteller, alle beteiligten Vereine und das heimische Übernachtungsgewerbe sowie aufgrund der unsicheren Rahmenbedingungen bei einer möglichen Durchführung ist eine weitere Verzögerung der Entscheidung nicht mehr möglich. Wir hoffen daher auf das kommende Jahr und sind positiv gestimmt, dass dann nach zweijähriger Pause der Töpfermarkt wieder stattfinden kann.“ Vom Gesundheitsamt des Landkreises Landsberg am Lech und vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft habe es zudem keine konkrete Aussage und Prognose hinsichtlich einer möglichen Durchführung des Marktes gegeben.

Auch Marktleiter Wolfgang Lösche bedauert die endgültige Absage sehr: „Die Keramikwerkstätten benötigen dringend Planungssicherheit, daher haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen. Einen Markt dieser Größenordnung zu veranstalten ist nach derzeitiger Lage leider weiterhin nicht verantwortbar.“

Trauer um Fritz Rossmann

„Mit ihm verlieren wir einen Star unseres Töpfermarktes. Wir bedauern sehr seinen viel zu frühen Tod“, hebt Marktleiter Wolfgang Lösche hervor. Weiter heißt es aus Dießen: „Der mit 63 Jahren verstorbene Fritz Rossmann aus Höhr-Grenzhausen in Rheinland-Pfalz hatte an allen Dießener Töpfermärkten der vergangenen 19 Jahre in den Seeanlagen teilgenommen. Mit seinen kunstvollen Porzellanarbeiten war er ein ganz wesentlicher Aussteller und Herzstück des Töpfermarktes im Süden des Ammersees. Mit Hochachtung vor seiner Leistung als Keramiker und seiner besonderen Persönlichkeit trauern seine Angehörigen, Freunde und Liebhaber seiner Keramik.

Fritz Rossmann

Fritz Rossmann in seinem Atelier in Höhr-Grenzhausen. Photo ©Ulrike Leyens

Fritz Rossmann, Diessener Töpfermarkt
Diessener Töpfermarkt, Fritz Rossmann

Der gebürtige Kölner war berühmt für seine „tanzenden Schalen“ aus feinstem Porzellan. Die kleinen Bohrungen der Gefäßwände, die nach dem ersten Brand mit Seladonglasur überzogen wurden, erzeugen eine „himmelszeltene Strahlkraft“. Die meist an der Scheibe freigedrehten Steinzeug- und Porzellangefäße sind von höchster handwerklicher Perfektion. Photos ©Ulrike Leyens

Fritz Rossmann stammt aus der Steinzeugstadt Frechen bei Köln. Gelernt hat er in einer traditionellen Werkstatt im Westerwald. Bei seinen Arbeiten ging es ihm nie um Reproduktionen traditioneller Gebrauchskeramik. Sein Ziel war nicht vorbildliche Formen der Vergangenheit oder anderer Kulturkreise zu wiederholen oder zu adaptieren. Vielmehr wollte er das, „was unsere Bewunderung historischer Keramik ausmacht – sei es eine wunderbare Glasurfarbe auf alten chinesischen Gefäßen der Song-Zeit oder die verwitterte Engobenmalerei der berühmten Kamares-Ware von Phaistos – in seine heutigen, zeitgemäßen Arbeiten aufnehmen und als ästhetisches Mittel verwenden“, schreibt Keramikingenieur und Dozent Wolf Matthes.

Die Werke von Fritz Rossmann sind in zahlreichen Museen in Deutschland, aber auch in internationalen Häusern zu bewundern, so im Hetjens Museum in Düsseldorf, im Kunstgewerbemuseum in Berlin, in der Neuen Sammlung in München, im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe, im Ceramics Museum Grimmerhus in Dänemark, im Fule International Ceramic Art Museum in Fuping in China und im Museum of Modern Ceramic Art in Gifu in Japan, um nur einige zu nennen. Fritz Rossmann wurde auch mit vielen nationalen und internationalen Preisen und Ehrungen bedacht, so mehrmals mit dem Staatspreis Rheinland-Pfalz, dem Preis der Stadt Hanau sowie Preisen und ehrenvolle Erwähnungen in Japan und Korea.

 

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