Östliche und westliche Ideale

Interview mit Heidi Kippenberg in der neuen ART AUREA. Umfassende Werkschau bei Brutto Gusto in Berlin.

Als ehemalige Studentin des legendären Keramikers Walter Popp zählt Heidi Kippenberg zur Kasseler Schule für Keramik. Doch sind in den Keramiken der Künstlerin vielfältige weitere Einflüsse sichtbar. Kippenberg lebt heute im ländlichen Beerbach in Mittelfranken. Die ganze Breite ihres Schaffens und einen tiefen Einblick in die Keramikkunst der 1970er Jahre in Deutschland zeigt die Ausstellung bei Brutto Gusto.

Heidi Kippenberg, Brutto Gusto

Die frühen Keramiken der ehemaligen Studentin von Walter Popp sind beeinflusst von abstrakter und informeller Malerei sowie den Ideen des Briten Bernard Leach, der das japanische Verständnis von Keramik nach Europa brachte. Schultervase, 1970er-Jahre, matte grüne Ascheglasur, mattweiß übermalt, 20,5 × 8,5 cm.

Heidi Kippenberg, Brutto Gusto

Durch die subtil aufgebrachte Glasur wird unter Mitwirken von Feuer und Asche ein schlichtes Trinkgefäß zu einem Objekt der Meditation. Zylinderbecher, von oben nach unten mattweiß getaucht, dünn mit Brikett- asche überfangen, rosa Kupferanflug, 12 × 10,5 cm.

Heidi Kippenberg, Brutto Gusto

Bei ihrem Lehrer Walter Popp in den 1960er Jahren lernte Heidi Kippenberg mit Ton freier umzugehen als traditionelle Töpfer, ebenso, genau hinzusehen und auf jedes Detail zu achten. Kragenvase, 1972, graue Feldspatglasur, kupferrote Pinselstriche, Fuß mit brauner Brikettasche.

Beerbach, eine 200 Seelengemeinde nahe Neustadt an der Aisch. Um 1700 baute Wilhelm von Witzleben im Ortskern ein kleines Schloss. Daran erinnern noch ein Kellergewölbe und das Adelswappen an einem Wohngebäude. Ein paar Schritte weiter ein kleines ehemaliges Bauernhaus von 1924. Heidi Kippenberg hat das Anwesen, in dem Wohnen und Arbeiten nie getrennt waren, seit ihrem Einzug 2006 komplett umgestaltet und ihm eine neue Bestimmung verliehen. Die Wände im Wohnbereich mit seinen niedrigen Decken hat sie kunstvoll bemalt. Die alten Stallungen im Nebengebäude dienen jetzt als Keramikwerkstatt. Ein kleinerer Raum beherbergt den Brennofen. Den größeren verbindet ein raumhohes Fenster und eine Türe mit dem liebevoll gepflegen Garten. „Ich bin wie ein Huhn“, bekennt sie bei unserem Besuch, „ohne in der Erde zu scharren, ginge es mir nicht gut.“ Die Attraktion der Werkstatt ist das direkt hinter dem Fenster platzierte Regal mit Arbeiten aus verschiedenen Schaffensphasen.

1941 in Berlin geboren lernte Heidi Kippenberg nach dem Abitur das Töpferhandwerk bei einem Praktikum im fränkischen Burgthann. Von 1963 bis 1967 studierte sie dann an der Hochschule für bildende Künste in Kassel – in der Vorlehre bei Ernst Röttger, der sich u.a. mit informeller Malerei befasste, dann bei Walter Popp und wurde seine Assistentin ….

Den gesamten Beitrag und ein spannendes Interview mit der 80jährigen Künstlerin erscheint in der Herbstausgabe Nr. 45 von Art Aurea. Sie ist in führenden deutschen Galerien erhältlich und kann auch als Einzelheft zum Preis von 12 Euro bestellt werden bei artaurea@pressup.de oder telefonisch unter +49 (0) 40 – 38 66 66 – 353. Zum Abo geht es hier. Bei Arnoldsche ist zudem ein Katalog erschienen.

Stills: def image, Porträt: Andreas Riedel

 

  • Heidi Kippenberg 80
    Brutto Gusto
    Wielandstraße 34
    Berlin 10629
    Deutschland
  • Link

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