Der Reiz des Minimalen

Ausstellung mit Schmuck von Carl Dau im Goldschmiedehaus Hanau.

Er war einige Jahre Seemann, bevor er mit 23 Jahren Goldschmied lernte. Es folgten Gesellenzeit, Studium an der Staatlichen Zeichenakademie in Hanau und an der Hochschule der Bildenden Künste in Berlin, dann einige Jahre als Lehrer für Goldschmiede. Anschließend gründete Carl Dau, geboren 1942, seine eigene Schmuckfirma und beeinflusste mit seinem minimalistischen Design die Schmuckkultur in den 1980er und 1990er Jahren nachhaltig. Mit seinem bevorzugten Material Edelstahl traf er den Nerv der Zeit und erreichte, dass sich designinteressierte Menschen – darunter auch viele Männer – für Schmuck interessierten.

Carl Dau, Schmuckdesign

Anhänger, weniger geht kaum 1, 1998. 1 x Gold 750, 1 x Edelstahl, 1 x Silber 925.

Carl Dau, Schmuckdesign

Ringe, weniger geht kaum 2 [less is hardly possible 2], 1988. Gold 750, Edelstahl.

Dau verstand sich stets als Designer, der Serien entwickelt. Und so hatten seine Stücke wenig mit traditionellem Goldschmiedehandwerk zu tun. „Mir ging es nicht darum, handwerkliche Arbeit zu kopieren, wie manche meinten.“ Sein Ideal war eine Klarheit, die nichts beschönigt und verdeckt, sondern im Gegenteil offen das Konzept zeigt. Daraus resultierte „eine andere Wertigkeit, nämlich ehrliche und deutlich erkennbare serielle Arbeit, die weitgehend von Spezialmaschinen nach präzisen Vorgaben erledigt wurde.“ Auch sei er nie in Versuchung gekommen, Schmuck nach den Vorgaben von Kunden zu fertigen. Für ihn habe immer nur die eigene Vorstellung und Umsetzung gezählt, erklärt der Designer.

Carl Dau, Objekte

Objekt der reiz des minimalen, 2002. Stahl, Corian, 100 x 100 cm.

Wissend, dass es weltweit Menschen gibt, die Minimalismus lieben, stellte Carl Dau auf den großen Schmuckmessen in München und Basel aus und gewann anspruchsvolle Galerien und Schmuckgeschäfte für seinen Vertrieb. Nach der Jahrtausendwende entstanden neben dem Schmuck auch große Wandobjekte aus Stahl mit Lack oder Corian. Auch die beiden Atelierhäuser, die der Wahlberliner gebaut hat, spiegeln seine Art wider, die Dinge zu sehen. Die Ausstellung Der Reiz des Minimalen – Carl Dau. Schmuck. Objekte ist seine zweite Ausstellung in Hanau; sie rundet sein Schaffen ab, denn hier hat alles begonnen. Ein Onlinekatalog dokumentiert alle Werke: www.carldau-goldschmiedehaus.de und auf YouTube gibt es ein Interview.

  • Deutsches Goldschmiedehaus
    Altstädter Markt 6
    63450 Hanau
    Deutschland
  • Link

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