Herbert-Hofmann-Preis 2020

Wegen der Corona-Krise wurden die Gewinner der Sonderschau Schmuck virtuell ermittelt.

Die Gewinner der 47. Herbert-Hofmann-Preise wurden trotz Absage der Internationalen Handwerksmesse 2020 und der Sonderschau Schmuck in München von der Jury ermittelt. Die Preise erhielten Melanie Isverding und Katrin Feulner, Deutschland, sowie Carla Nuis, Niederlande. Die Jury bildeten Otto Künzli, ehemaliger Professor der Schmuckklasse an der Akademie der Bildenden Künste, München, Professor Jantje Fleischhut, Fachhochschule Düsseldorf, Dr. Gert Bruckner, Danner Stiftung München, und Dr. Sabine Runde, Museum für Angewandte Kunst, Frankfurt.

Carla Nuis

Ring aus dünnem Goldblech von Herbert-Hofmann-Preisträgerin Carla Nuis, Niederlande.

Carla Nuis

Carla Nuis‘ Goldring wirkt auf den ersten Blick massiv und schwer. In der Tat besteht er aus hauchdünnem Goldblech, das verschweißt wurde. Der Ring ist somit hohl und federleicht. Schon ein erster Händedruck würde den getragenen Ring deformieren und verändern. Somit kommt sein eigentlicher Charakter zum Vorschein: die Fragilität. Dies überzeugte die Jury, so dass sie Carla Nuis mit einem Herbert-Hofmann-Preis auszeichnete. „In dieser Arbeit zeigt sich das nie aufhörende Wechselspiel zwischen Schein und Sein. Der Ring ist nicht für die Ewigkeit gedacht, sondern für die Veränderbarkeit, vom Unendlichkeitsanspruch zur Endlichkeit.“

Melanie Isverding

Siegreiche Halskette aus Ebenholz, Silber, Baumwolle und Palladium von Melanie Isverding, Deutschland.

Melanie Isverding

„Melanie Isverdings großformatiger Halsschmuck mit palladiumbeschichteten Kreisscheiben besticht durch eine sehr ausgefeilte graphische Reduktion und spannungsvolle Komposition“, so die Jury. „Die fein abgestimmten Schwarztöne des Ebenholzrahmens, des gewebten Baumwollfeldes und des geschwärzten Silberaufhängers kontrastieren mit den kreisförmigen Scheiben. Der symmetrisch gebaute Rahmen steht auch im Kontrast zu den beiden Scheiben, die man als Himmelskörper deuten könnte, sie suggerieren die Bewegung von Planeten. In der Auseinandersetzung mit Webprozessen wird auf die griechische Mythologie der Weberinnen Bezug genommen. Das Schaffen von textilen Geweben gilt als Metapher für das Entstehen von Gedankengefügen, Geschichten und einem Entwurf die Welt zu betrachten.“

Katrin Feulner

Halskette aus gefundenen Metallgegenständen der Herbert-Hofmann-Preisträgerin Katrin Feulner, Deutschland.

Katrin Feulner

Katrin Feulners Schmuckstücke aus der Serie „Cut“ entstehen aus gefundenen Metallobjekten. Die Ausgangsstücke haben geometrische Formen wie Kreis, Profil oder Stab. Die Einzelelemente werden in Scheiben geschnitten und neu zusammenmontiert. „Dadurch können sich Rapporte und ein gewisser Rhythmus, Gleichgewicht und Spannung bilden“, so die Jury. „Die Basistechnik des Sägens mit unterschiedlichen Goldschmiedesägen erzeugt eine leicht bewegte Oberfläche, die durch Überschleifen gemildert wird und etwas Weiches und Sanftes ausstrahlt und zum Berühren einlädt. So wird durch ein sehr einfaches Mittel der Gestaltung, nämlich durch eine gezielte Sägebewegung, aus ursprünglich rohen Stahlstücken anschmiegsamer Schmuck, der schön zu tragen ist. Bei den Arbeiten spielt der innere als auch der äußere Prozess eine Rolle. Der Vorgang des Arbeitens ist genauso wichtig wie dessen Resultat“.

Insgesamt 802 Goldschmiede und Schmuckgestalter aus 61 Ländern hatten sich dieses Jahr zur Wahl gestellt.

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