Herbert-Hofmann-Preis 2026 

Ela Bauer, Niederlande, Mira Kim, Korea/Kanada, und Zhipeng Wang, China, sind die Gewinner.

Mira Kim wurde für einen Ring ausgezeichnet, bei dem sie die japanische Schmiedetechnik Mokume-Gane und das fast vergessene Guillochieren, die mechanische Graviertechnik, innovativ kombinierte. In ihrem Ring bilden verschiedene Metalllegierungen fein strukturierte Ornamente, die von gravierten Mustern überlagert werden. Mira Kim wurde in Seoul geboren, wo sie zunächst an der Hanyang University im Fachbereich Metalldesign studierte. Von 2017 bis 2019 absolvierte sie den Masterstudiengang Edelstein und Schmuck an der Hochschule Trier in Idar-Oberstein. 2020 war sie Designer in Residence am Pforzheimer Emma Kreativzentrum.

Mira Kim, Korea, wurde für den Ring Patterns mit dem Herbert-Hofmann-Preis 2026 ausgezeichnet. Schmiedetechnik Mokume Gane (Silber, Kupfer) kombiniert mit Guilloché-Gravur. © Mira Kim.

Zhipeng Wang wurde ausgezeichnet für seine rechteckige Brosche Stone Gambling #2 in grünweißer Jade, durch die zart ein Goldring schimmert. Beide Materialien sind kulturell stark aufgeladen. Der Künstler deutet das marktübliche Verständnis um. Das kostbare Gold wird in vermeintlich wertlose Jade-Abfälle eingebettet. So entsteht ein neuer künstlerischer und ästhetischer Wert. Zhipeng Wang, geboren in China, studiert an der Akademie der Bildenden Künste München in der Klasse für Schmuck und Gerät. 2025 war auch er Designer in Residence in Pforzheim.

Brosche Stone Gambling #2 von Herbert-Hofmann-Preisträger Zhipeng Wang, 2026. Jadeplatte, Feingoldring, Gold 750, 8,05 x 4,57 x 0,67. © Chaoqi Xu.

Ela Bauer wurde für eine amorphe, verschiedenfarbige Brosche ausgezeichnet. Die Kombination aus organischem und anorganischem Material führt zu komplexen, sich durchdringenden farbigen Strukturen. „Die feine Ausarbeitung gewährt Einblicke in eine vermeintlich geschlossene Form, die von einer Scheibe getragen wird. Das fein ausgewogene Farbspiel greift ins Dreidimensionale“, erklärt die Jury. Ela Bauer wechselte nach einem geisteswissenschaftlichen Studium in Jerusalem in den Fachbereich Schmuck und besuchte von 1990 bis 1995 die Rietveld-Akademie sowie 2005 die Meisterklasse im Europäischen Keramikzentrum Den Bosch in den Niederlanden.

Brosche von Ela Bauer, 2025. Kunstharz, Pigmente, organisches Material, Aluminium, 15 x 9 x 8 cm. Ausgezeichnet mit dem Herbert-Hofmann-Preis 2026. © Ela Bauer.

Der Jury der SCHMUCKmünchen 2026 gehörten an: Dr. Markus Eder, Danner Stiftung, München; Malte Guttek, Goldschmiedehaus, Hanau; der Schmuckkünstler Stefano Marchetti aus Padua; Michael Schischke vom Institut français in München sowie Friederike Zobel, Schmuckmuseum Pforzheim. 

Preisträger des Herbert-Hofmann-Preise 2026: Mira Kim, Zhipeng Wang und Ela Bauer.

Träger der Sonderschau ist die Danner-Stiftung. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie unterstützt die SCHMUCKmünchen finanziell. Namensgeber des Preises ist der Kunsthistoriker Herbert Hofmann, der 1959 die erste Schmuckschau auf der Internationalen Handwerksmesse initiierte. Der Preis gilt als „Oscar des künstlerischen Schmucks“ und wird jedes Jahr auf der Handwerk & Design im Rahmen der Internationalen Handwerksmesse in München vergeben. Zur Preisverleihung am 7. März waren mehr als 300 Schmuckkünstler, Museumskuratoren und Galeristen anwesend.