Zurück zu neuen Wurzeln

Die Ausstellung „back to new roots“ von Pforzheimer Schmuckstudenten thematisiert Nachhaltigkeit und Ästhetik.

Zunehmend rückt das Thema Nachhaltigkeit und Umwelt an den Hochschulen für Angewandte Kunst ins Zentrum. Dies zeigt auch die Schmuck-Ausstellung von Studenten der HfG Pforzheim, die gegenwärtig im Kunstraum Belrem von Norbert Mürle und Michaela Thäsler zu sehen ist. Geleitet wurde das Projekt von Jan Spille und der Professorin Christine Lüdeke. Spille hatte im vergangenen Semester einen Lehrauftrag an der Hochschule für Gestaltung Pforzheim im Studiengang Schmuck wahrgenommen. Bekannt wurde der Goldschmied mit seiner Werkstatt, in der nur Fairtrade Gold verarbeitet wird.

Celine O‘Neal

Celine O‘Neal, Brosche Natural Affinity. Fairmined Silber, Porzellan, Pflanzen, Erde, Glas. Ihre insgesamt drei Broschen und eine Kette beziehen sich auf das symbiotische System Mensch und Natur. Fotos Petra Jaschke / Model Celine O‘Neal.

Johanna Seibert

Johanna Seibert, Ohrschmuck plain plastic. Recyceltes Acrylglas. „Wir assoziieren Plastik häufig mit minderer Qualität und Umweltverschmutzung. Dabei sind Kunststoffe hochspezialisierte Werkstoffe.“ Fotos Petra Jaschke / Model Emelie Schreiner.

Das Studentenprojekt wurde begleitet von verschiedenen Online-Symposien mit internationalen Fachvertretern zu ökologisch- und sozialgerechten Strategien im Produktdesign. Zur Eröffnung der Ausstellung am 23. Juli 2020 sprach der Professor Michael Braungart. Der Chemiker hat in den 1990er Jahren zusammen mit dem US-amerikanischen Architekten William McDonough das System „Cradle to Cradle“ (von Wiege zu Wiege) entwickelt. Dabei geht es um eine durchgängige und konsequente Kreislaufwirtschaft. Entweder sollen dabei biologische Stoffe in Kreisläufe gebracht oder technische Produkte kontinuierlich in Kreisläufen gehalten werden. In jedem Fall sollen keine umweltbelastenden Abfälle entstehen.

David Rauch Saavedra

David Rauch Saavedra, Ohrschmuck Bambus. Bambus. Die animalische Dynamik entwickelt sich aus dem Material und reflektiert die symbiotischen Qualtitäten des Bambus mit seinem Umfeld. Fotos David Rauch Saavedra / Model Darlene Schiebel.

Lena Pfeiffer

Lena Pfeiffer, Halsschmuck Data Memoria. Recyceltes Silber, Glas, Leder. Die Daten der Trägerin sind langlebig in 3D eingraviert und in ihrer kristalinen Wirkung ein Art neuer Edelstein. Foto Petra Jaschke.

Über das Ursprüngliche neue Wurzeln in der Gegenwart setzen.

Zu ihrem Studentenprojekt schreiben Christine Lüdeke und Jan Spillees: „Wir sind Teil einer gesamten und verlinkten Struktur. Unser Tun – als Mensch und Gestalter – besteht in einer kausalen Beziehung zwischen uns und allen Teilen des gemeinsamen Systems. Wir nehmen, wir geben, wir wachsen weg von der Erde, wir gehen zurück in die Erde. Unser Handeln hinterlässt Spuren bei unseren Mitmenschen, in unserer Umwelt und natürlich bei uns.

Zoé Pfortner

Zoé Pfortner, Ohrschmuck Mold is the New Orange. Verschimmelte Orangenschalen, Kupfer. Der Schimmel funktioniert als Klebstoff und verbindet sich mit Kupfer. Dies entwickelt sich mit der Zeit auch farblich. Foto Petra Jaschke / Model Carina Da Silva Fernandes.

Sophie Krautmacher

Sophie Krautmacher, Broschen fashinated. Alter Modeschmuck, Kupferreste geschwärzt. Ausgemusterter Modeschmuck wird zu einzigartigen Kleinoden gepresst und aufgewertet. Foto Petra Jaschke / Model Jule Speck.

In diesem Kontext bekommen Fragen der Ästhetik, der Wertigkeit und der Nachhaltigkeit eine ultimative Gestaltungsmacht. In der Auseinandersetzung rund um das Gebiet der Nachhaltigkeit diskutieren wir Themenfelder neu, entwickeln persönliche Haltungen und finden neue Definitionen. In der spannenden Beziehung „Material– Prozess – soziales Umfeld – Impact“ forschen wir nach Gestaltungsansätzen und Formensprachen. Wir gehen das Thema breit, kritisch, konstruktiv und unbelastet an.

Die persönlichen Erkenntnisse durch erste Material- und Prozessrecherchen in den eigenen Lockdown-Inseln (eine Metapher für ein geschlossenes System) ergaben sechs Nachhaltigkeitsfelder. Online-Talks mit inspirierenden Schaffenden zu den Themen Fairtrade, Kreislauf, Erde zu Erde, symbiotisches System, Plastik und Recycling, Repurposing – beleuchteten unterschiedliche Facetten und Verknüpfungen dieser Felder zueinander und haben eine Diskussion ins Rollen gebracht, welche nachhalten wird. Die entstandenen Schmuckkollektionen reflektieren die unterschiedlich entwickelten Haltungen, bringen sie nah an den Körper und lassen uns hautnah Teil der Diskussion werden und sie fortsetzen.“

  • Kunstraum Belrem 8
    Belremstraße 8
    75180 Pforzheim
    Deutschland
  • Donnerstag–Freitag 11–18 Uhr
    Samstag 11–16 Uhr
    oder nach Vereinbarung
  • Link

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