GEDOK FormART – Elke und Klaus Oschmann Preis

Die Preisträgerinnen 2017 sind Susanne Holzinger, München, Iris Merkle, Stuttgart, und Ulrike Scriba, Karlsruhe/Köln.

Am 15. September 2017 wurden zum 7. Mal drei Künstlerinnen mit dem GEDOK FormART Elke und Klaus Oschmann Preis ausgezeichnet. Sie haben mit ihren Arbeiten aus dem Bereich Angewandte Kunst/ArtDesign herausragende handwerkliche und künstlerische Fähigkeiten bewiesen.

Der bundesweit ausgeschriebene Kunstpreis für Angewandte Kunst/ArtDesign wird alle zwei Jahre von der GEDOK e.V. verliehen. Die Münchener Unternehmerin Elke G. Oschmann stiftete erstmals 2005 den mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Preis und benannte ihn im Gedenken an ihren verstorbenen Mann Klaus Oschmann Preis. Im Januar dieses Jahres verstarb Elke G. Oschmann. Ihre Töchter Anna Oschmann und Berta Rieder führen diese Stiftung fort und widmen den Preis nun den Eltern.

In der diesjährigen Ausstellung in Karlsruhe sind die Exponate der Preisträgerinnen sowie von 27 weiteren Künstlerinnen zu sehen. Viele überraschen durch ihren experimentellen Charakter – nicht selten durch die Verknüpfung von Techniken und Bearbeitungen, wie sie in der Bildenden Kunst angewendet werden. Das Interdisziplinäre ist ein Alleinstellungsmerkmal des spartenübergreifenden Kunstverbandes. Es zeigt sich aber auch schon innerhalb der einzelnen Gewerke, die in dieser Ausstellung als Paarungen gegenüber gestellt werden. Die drei Preisträgerinnen des diesjährigen GEDOK FormART Elke und Klaus Oschmann Preises sind beispielhaft für Experimentierfreudigkeit, künstlerische Auseinandersetzung und handwerkliche Perfektion.

Susanne Holzinger, GEDOK, FormART, Elke und Klaus Oschmann Preis

Susanne Holzinger, Staubgefäße blau. Ausgezeichnet beim Elke und Klaus Oschmann Preis 2017 der GEDOK

Susanne Holzinger aus Regensburg, Jahrgang 1967, ist gelernte Silberschmiedin. Schwerpunkt ihres Schaffens ist jedoch Schmuck. Während ihres Studiums in England setzte sie sich mit dem Material Papier auseinander. In einer Reihe von Versuchen entdeckte sie, dass sich auch die „Abfälle“ der Herstellungsverfahren verwerten lassen. So entstanden erste Schmuckstücke aus Papier und Papierstaub sowie andere Objekte. Susanne Holzinger unterrichtet seit Jahren Papierfalttechniken und verwendet diese auch selbst. In der Kombination mit den Staubmaterialien, die sie nach Herstellungsprozessen ebenso farbsortiert aufbewahrt wie andere „Abfälle“ (z.B. Asche oder Kaffeesatz), sind auch die in der Ausstellung präsentierten „Staubgefäße“ entstanden.

Iris Merkle, GEDOK, FormART, Elke und Klaus Oschmann Preis

Iris Merkle, Preisträgerin des Elke und Klaus Oschmann Preises 2017. Halschmuck Cordis 4

Bei Iris Merkle aus Stuttgart, Jahrgang 1972, finden sich sehr unterschiedliche Themen und Arbeitsweisen. Daraus resultieren einerseits oft filigrane Schmuckstücke und (Trau-)Ringe sowie andererseits die in der FormART-Ausstellung präsentierten Objekte, deren thematische und physische Schwere schon bei der Betrachtung zu spüren sind. In der Auseinandersetzung mit existenziellen Themen wie Trauer, Abschied und Tod verwendet Iris Merkle schwere Materialien wie Eisen und Bronze. Der Einsatz von Kunststoff dient einerseits der Tragbarkeit der Schmuckobjekte, verdeutlicht aber auch den Transformationsgedanken von Tod und Abschied. Die Kunststoffröhren, die teilweise an medizinisches Gerät erinnern, schaffen eine dem Thema entsprechende Spannung.

Ulrike Scriba, GEDOK, FormART, Elke und Klaus Oschmann Preis

Die Siegerarbeiten Würfel von Ulrike Scriba. Elke und Klaus Oschmann Preis 2017 der GEDOK

Ulrike Scriba aus Gengenbach, Jahrgang 1944, ist bekannt durch ihre hochwertigen Intarsienarbeiten, einer in der Möbelherstellung fast ausgestorbenen Handwerkskunst. Ihr Themenspektrum umfasst neben Schalen, Tabletts, Kästen und Dosen auch freie Arbeiten. In ihren drei preisgekrönten Würfeln verbindet Ulrike Scriba die Form des Quadrats mit dem Kreis. Auf den jeweils sechs bauchigen Flächen ihrer Objekte finden sich zahlreiche Varianten ihrer Intarsienmotive. Im Dialog mit den verwendeten Hölzern zeigt sich die Künstlerin ebenso respektvoll gegenüber einer Struktur und Farbgebung, welche die teilweise subfossilen Hölzer nach Jahrhunderten aufweisen, wie phantasievoll durch eigene Einfärbungen. Immer ist die Achtsamkeit zu spüren, mit der Ulrike Scriba ihrem Werkstoff begegnet.

Die GEDOK ist das älteste und europaweit größte Netzwerk für Künstlerinnen der Arbeitsgebiete Bildende Kunst, Angewandte Kunst/ArtDesign, Literatur, Musik, Darstellende sowie Interdisziplinäre Kunst. Der Verband zählt heute mehr als 2.800 Mitglieder in 23 deutschen Städten und Regionen.

Die in Karlsruhe ausstellenden Künstlerinnen sind Jutta Becker, Leonie Böhnel, Waltraud Brügel, Silke Decker, Susanne Elstner & Karin Traxler, Elke Fischer, Ariane Hartmann, Barbara Hattrup, Susanne Högner, Susanne Holzinger, Christiana Jöckel, Michaela Köppl, Annemarie Matzakow, Iris Merkle, Heide Nonnenmacher, Dorothee Pfeifer, Margret Riedl, Nadine Rosani & Monika Vesely, Mara Ruehl, Margret Schopka, Rose Schrade, Ulrike Scriba, Martina Sigmund-Servetti, Ulrike Umlauf – Orrom, Heike Utta, Barbara von Taeuffenbach, Maria Verburg, Nicole Walger. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

  • Regierungspräsidium am Rondellplatz
    Karl-Friedrich-Straße 17
    76133 Karlsruhe
    Deutschland
  • Dienstag–Sonntag 11–18 Uhr
    Führung: jeden Sonntag, 11 Uhr
    Der Eintritt ist frei

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