Cats Vs. Dogs

Ausstellung im Keramion Frechen mit Tier-Objekten vom Jungendstil bis in die Gegenwartskunst

Der Mops trotzt. Nicht nur in Jandls Gedicht zeigte der Mops Persönlichkeit, er gilt bis heute als stilbewusster, entschleunigter Individualist. Wie das Porzellan stammte auch dieser Rassehund aus dem alten China, der Mopsbesitz war dort ein kaiserliches Privileg.

Cats Vs. Dogs

Carolein Smit, Skulptur mops met schoentje, 2016. Keramik

Zudem gab es auch hierzulande im 18. Jahrhundert einen geheimen, aristokratischen Mopsorden in Form eines Porzellanmopses. Aktuell sind aber Katzen die Stars der popkulturellen Avantgarde: Cat Content regiert ohne Standesdünkel das Internet sowie Design und Markt. Wie reflektieren Künstler den steten Wandel in der komplexen Beziehung zwischen Mensch und Tier, der sich am deutlichsten an seinen Haustieren zeigt? In der Ausstellung Cats vs. Dogs im Keramion Frechen sind Objekte vom Jungendstil bis in die Gegenwartskunst zu sehen, die das Tier-Image von der wilden Kreatur bis zum Familienersatz oder Alter Ego thematisieren. Angefangen mit den grandiosen Fayencehunden in pyjamaähnlicher Gewandung von Émile Gallé aus den 1870er Jahren über Beate Kuhns montierte Katzen in charakteristischen Haltungen bis zu divergenten aktuellen künstlerischen Positionen wird die Vielschichtigkeit der Hunde- und Katzenmotive in der keramischen Kunst präsentiert. In einer Installation aus aufrecht laufenden Hunden beschäftigt sich Birgit Saupe mit genetischer Manipulation, Anne Kückelhaus‘ Katze hat praktischerweise direkt einen Wärmeflaschenhals am Bauch und bei Richard von Haerth sehen wir Hunden beim Koten zu und werden dabei angehalten, über Kleist’sche Grazie nachzudenken. So können sich fernab eines Niedlichkeitsparadigmas tiefe Erkenntnisse über das Tier und gleichzeitig auch über uns selbst einstellen.

Cats Vs. Dogs

Beate Kuhn, Katze in 3 Bewegungsphasen, 1979. Keramik

Text Olga Moldaver

  • Stiftung Keramion Bonnstraße 12
    50226 Frechen
  • Link

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