Marjan Unger im Alter von 72 Jahren gestorben

Die Schmuckkunst hat eine große Fürsprecherin, Sammlerin und kompetente Autorin verloren.

Marjan Unger

Marjan Unger. Photo courtesy Margriet Sopers

Sie war eine der bekanntesten Expertinnen, Sammlerinnen und Autorinnen zeitgenössischer Schmuckkunst. Auf der Handwerksmesse in München war sie ein gern gesehener Gast und wie selbstverständlich war sie häufig bei der Verleihung der Herbert Hofmann Preise anwesend. Für Art Aurea war es eine besondere Ehre, Marjan Unger in der ersten Ausgabe nach der Neugründung im März 2010 als Autorin gewinnen zu können. Ein spannendes Dokument ihres Denkens über Schmuck ist auch das Interview, das Chris Reinewald mit Marjan Unger in Art Aurea, Ausgabe 3-2011, geführt hat. Ich lernte die Niederländerin als profunde, humorvolle aber auch kritische Persönlichkeit und Humanistin kennen und bin dankbar für die Begegnungen mit ihr. Ich danke auch Helen Drutt, der großen amerikanischen Galeristin für Schmuckkunst und Kunsthandwerk, die mir die Nachricht vom Tod Marjan Ungers geschickt hat. Reinhold Ludwig

Von 1995 bis 2006 arbeitete Marjan Unger als Leiterin der Abteilung Freie Gestaltung am Sandberg Institut, das in Zusammenarbeit mit der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam Abschlüsse anbietet. In den achtziger Jahren war sie Chefredakteurin des freien Designmagazins Bijvoorbeeld und war in der Abteilung für Edelmetalle der Gerrit Rietveld Academie tätig. Ihr Buch „Dutch Jewellery im 20. Jahrhundert“ wurde 2004 veröffentlicht und war das erste Ergebnis ihrer Doktorarbeit, die sie 1995 begann und 2010 beendete. Aus diesem Anlass spendeten Marjan und ihr Ehemann Gerard ihre Sammlung von fast 500 niederländischen Schmuckstücken dem Rijksmuseum. Die Sammlung, die den Zeitraum von 1905–2008 mit Schwerpunkt auf den Jahren 1930–1970 abdeckt, diente als Referenzmaterial für ihr Buch.

Am 15. und 17. November 2017 fand im Rijksmuseum ein Symposium mit dem Titel „Jewellery Matters“ zu Ehren ihrer Sammlung statt. Suzanne van Leeuwen, Juniorkuratorin für Schmuck am Rijksmuseum, hat zusammen mit Marjan Unger die begleitende jüngste Publikation „Jewellery Matters“ Anfang dieses Jahres mitbegründet. Courtesy: Art Daily.com

Beppe Kessler schrieb: „Marjan starb zu Hause, Gerard war bei ihr, nach einem wunderschönen Hummeressen mit Champagner … sie sagte mehr als einmal, dass sie mit ihrem Leben und was sie gemacht hat zufrieden war.“ Wir wussten alle, dass sie gehen wollte, glücklich und in Frieden.

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