Lotte Reimers – neue Keramiken

In ihrer Werkschau zeigt die große alte Dame der deutschen Keramikkunst Gefäße von atemberaubender Kraft

Hohes Gebäude

Hohes Gebäude

Schale mit Ammonit-Abdruck

Schale mit Ammonit-Abdruck

Lotte Reimers, 1932 in Hamburg geboren, vereint Tugenden, die eine große Persönlichkeit auszeichnen. Die Keramikerin ist bescheiden, still und sich gleichzeitig ihrer Ausnahmestellung als Künstlerin voll bewusst. „Schade, dass man irgendwann diese Welt verlassen muss … dabei bin ich dankbar und freue mich, dass ich nun schon seit einem halben Jahrhundert selber Keramik machen darf.“ So schreibt Reimers einleitend im Katalog – sie nennt ihn „Ein Bilderbogen aus dem Jahr 2014“ – zu ihrer aktuellen Werkschau. Hoffen wir, dass dieses „irgendwann“ noch lange auf sich warten lässt. Denn die neuen Gefäße des Jahres 2014, insgesamt 50, sind eine wahre Augenfreude und ein Beitrag, ohne den die Keramikkunst der Gegenwart, insbesondere in Deutschland, sehr viel ärmer wäre.

Hohe offene Form auf ovalem Grund

Hohe offene Form auf ovalem Grund

Hohe offene Form auf ovalem Grund

Hohe offene Form auf ovalem Grund

Enghals-Form auf ovalem Grund

Enghals-Form auf ovalem Grund

Kelch-Form, eckig auf Sockel

Kelch-Form, eckig auf Sockel

Dabei erscheinen die Arbeiten gegenüber dem bisherigen Werk fast alle vertraut. Die Formen: nicht gedreht, sondern von Hand modelliert, gestuft, symmetrisch, wuchtig, sich nach oben öffnend oder mit unregelmäßigen Rändern eng schließend, manchmal wie Termitenhügel in Röhren auslaufend. Oder die Glasuren: in den erdigen Grün-, Braun- und Ockertönen, sich überlappend, streng durchkreuzend, sich in weichen Formen sanft oder fließend berührend. Sie sind allesamt bekannt. Ebenso die getupften Punkte, mit denen Lotte Reimers einen Bogen zur Kunst der australischen Aborigines schlägt, deren Gemälde sie gesammelt hat. Die im Weinort Deidesheim lebende Keramikerin liebt – nicht untypisch für ihre Kunstgattung – weniger die radikalen Brüche als vielmehr die Kontinuität. Und doch sind Entwicklungen in durchaus sichtbaren Veränderungen vorhanden. Sie lassen sich im Einzelnen schwer beschreiben, weil sie ein tief in unserem Unterbewussten sitzendes Gefühl ansprechen, das sich vielleicht mit Worten wie Harmonie, Kraft oder zeitlose Gültigkeit ausdrücken lässt. Betrachtet man die Kunst der Nachkriegszeit, so kenne ich nur die Gemälde von Emil Schuhmacher (1912–1999), den bedeutenden Vertreter des Informel, die diese archaische Intensität ausstrahlen.

Text Reinhold Ludwig

Fotos Ralf Ziegler, Previewbild (gefiltert) Miriam Künzli

Lotte Reimers‘ Profil auf Art Aurea

  • Stadtmauergasse 17
    67146 Deidesheim
    Deutschland
  • 14–18 Uhr
  • Link

Auch auf dieser Seite werden Cookies verwendet. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte anzubieten. Indem Sie die Seite nutzen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. / Cookies are also used on this website. We can use it to evaluate the use of the site in order to offer usage-based editorial content. By using the site, you agree to the use of cookies. Weitere Informationen / Learn more

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close