Von Erde, Erzen und Licht

Helen Britton, Kati Jünger und Elena Alvarez Lutz bei Eva Maisch im Hofstall in Lindelbach.

In der Ausstellung Von Erde, Erzen und Licht vereint die Würzburger Galeristin drei Künstlerinnen verschiedener Disziplinen: Mit Erde, beziehungsweise Ton, arbeitet die namhafte Keramikerin Kati Jünger, deren expressive Keramiken mehr als nur Gebrauchsgegenstände sind. Sie sind Erzählungen, Erkundung von Materialien und ein Zeugnis handwerklicher Kunst. Für die Verwandlung von Erzen ist die australische Künstlerin Helen Britton zuständig. Sie zählt mit ihrem Schmuck zur internationalen Elite und weist zudem ein beachtliches interdisziplinäres Werk auf, das Skulptur, Installation, Fotografie, sowie Zeichnung und Malerei umfasst. Elena Alvarez Lutz schließlich ist als Regisseurin und Filmemacherin eine Magierin des Lichts. Seit vielen Jahren produziert sie Beiträge für die Kultursendung Capriccio im BR, zuletzt Helen W. Drutt: Zeitgenössischer Schmuck, zu sehen noch in der ARD-Mediathek und auf youtube. (https://www.youtube.com/watch?v=WrPjOmJaOD8)

Helen Britton, Brosche Dark Messenger, 2022. Silber, handgravierter Onyx. © Helen Britton.

Helen Britton, Objekt Village, 2018. Beton, Eisenblätter. © Helen Britton.

„Aus mehreren Begegnungen hat sich die Idee entwickelt, diese drei Künstlerinnen in einer Ausstellung zu präsentieren“, erklärt Eva Maisch. Kati Jünger und Elena Alvarez Lutz sind ein halbes Leben lang befreundet. Die Filmemacherin erinnert sich: „Zu später Stunde auf einem Fest – lange ist es her – wurde ich zum Tanzen aufgefordert. Diese Begegnung brachte mich in den Garten der Familie Jünger, wo unter der alten Linde Keramik und Schmuck ausgestellt und verkauft wurde. Eine fremde, haptische, lustvolle Welt für mich Filmstudentin. Mein Medium war intimer: bewegte Bilder auf einer Leinwand in einem dunklen Raum. Eine zeitlich begrenzte Erfahrung durch Licht und Dunkel. Nichts zum Anfassen. Und nun: Keramik und Schmuck. Objekte, ihre Oberflächen, Metall und Illusion. Tragbare Kunst, die nach draußen geht. Sichtbar ist. Den Körper findet. Begegnungen sammelt. Offene oder verborgene Reaktionen, Neugierde – dieser Blick – und dann eine Hand, die fühlen will. Objekte, die verwegene, fordernde, freche Geschichten erzählen, von jedem Betrachter anders verstanden …“ 

Ende der 1990-er Jahre nahm Elena Alvarez Lutz an einer Jury zum Thema „Schmuck und Film“ teil.  Die Filmemacherin sah erstmals Schmuck von Helen Britton. Ein Stück berührte sie tief und eine neue Künstlerinnen-Freundschaft begann. Jahre später entstand der Dokumentarfilm Hunter from Elsewhere. Dafür begleitete Elena Helen auf ihren Erkundungsreisen: nach Australien, in den Kontinent ihrer Kindheit und Jugend, an ehemalige Produktionsstätten deutscher Schmuckindustrie, wo die Künstlerin übriggebliebene Materialien entdeckt, die sie seitdem in ihren Arbeiten eine neue Bedeutung zuweist. 

Kati Jünger, Teekanne und Becher 2025. Steinzeug, Eisen, Porzellan. © Kati Jünger.

„Eines haben alle drei gemeinsam“, sagt Eva Maisch. „Sie sammeln Dinge aus Vergangenheit und Gegenwart und verdichten das Gesehene, Gefundene und Gefühlte. Sie erschaffen daraus faszinierende Werke, indem sie sich unterschiedlichster Ausgangsstoffe und Ressourcen bedienen. Nun freuen wir uns auf ein Wochenende mit einem filmischen Auftakt in einem großartigen Programmkino und zwei intensiven Ausstellungstagen in unserem Hofstall in Lindelbach“.

Kati Jünger, Vasen, 2025. Steinzeug © Kati Jünger.

Hunter from Elsewhere – Eine Reise mit Helen Britton. Am 17. 04.2026, 20 Uhr im Kino Casablanca, Wagstraße 4a, 97199 Ochsenfurt. Anschließend spricht Sybille Linke, Kulturamtsleiterin in Frankfurt, mit Elena Alvarez Lutz und Helen Britton. Zum Ausklang erwartet die Gäste Prickelndes der Sektkellerei Höfer. Weitere Filmvorstellungen: Samstag, 18. April und Sonntag, 19. April, je 16.30 Uhr. 

  • Schmuck, Objekt und Keramik
    von Helen Britton und Kati Jünger
    Im Hofstall, Wäldleinstraße 1
    97236 Randersacker/Lindelbach
    Deutschland
  • 18.04.2026, 14 – 21 Uhr
    19.04.2026, 12 – 20 Uhr
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