Berlin-Dubai-Festival

Kultureller Austausch von Schmuckdesignerinnen

Berlin-Dubai

Die Stimmung ist ausgelassen und herzlich in Martina Dempfs Atelier in Berlin Kreuzberg. Neun Frauen aus Dubai City und Berlin sitzen bei Kaffee und Gebäck an einem großen Tisch zusammen. Es wird diskutiert, über Kunst, Design und Frauenrollen. Wir sind mitten im Thema des diesjährigen Berlin-Dubai-Festivals.
2010 gründete das Goethe-Institut Golf-Region das Berlin-Dubai Festival. Das Ziel: Einen kreativen Dialog zwischen den beiden Metropolen entstehen zu lassen. Seitdem wird jährlich ein kulturelles Austauschprogramm organisiert. Die letzten Jahre standen im Zeichen der Mode, nun rückt der Schmuck in den Fokus. Jewellery is a cultural statement – global places, local signs lautet das Motto des diesjährigen Workshops, der von Theresa Lunardo-Monteiro vom Goethe-Institut und der Schmuckkünstlerin Martina Dempf geleitet wird. Teilnehmende Schmuck-Designerinnen sind Amal Haliq, Noura Alserkal, Muna Alhaddad und Fatima Al Qassimi aus Dubai. Aus Deutschland sind Mirjam Hiller, Silke Spitzer, Rahel Fiebelkorn und Catalina Brenes dabei.

Die Begegnung könnte für die Teilnehmerinnen kaum spannender sein, bietet sie doch die Möglichkeit, kulturelle Vorurteile abzubauen und die Situation im eigenen Land aus einer gewissen Distanz zu betrachten. Vom 29. September bis 1. Oktober waren die Berlinerinnen zu Gast in der größten Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate. Was sie dort erlebt haben, fasst Catalina Brenes zusammen: „Wir durften das reale Leben in Dubai kennenlernen, jenseits vom Image, das die Medien vermitteln. Wir haben starke, stolze Frauen getroffen, die uns herzlich und familiär aufgenommen haben.“
Der Begriff Emanzipation hat in Dubai eine andere Bedeutung. In Martina Dempfs Atelier sitzen vier erfolgreiche arabische Geschäftsfrauen, die bereits ihre eigenen Schmucklabels gegründet haben und Stücke auf dem internationalen Markt verkaufen. Voller mitreißender Leidenschaft und einer Souveränität, die wie angeboren wirkt, sprechen sie über ihre Verkaufsstrategien und Geschäftsziele. Kein Wunder, hat doch jede irgendwann eine Ausbildung an einer Business School absolviert. Sie sei die erste Frau, die in ihrer Gegend eine eigene kleine Werkstatt eröffnet habe, erklärt Fatima Al Qassimi stolz. Und auch was den gestalterischen Anspruch betrifft, leisten die Designerinnen Pionierarbeit. In modernen Abwandlungen vom traditionellen Schmuck finden klassische arabische Motive wie der Falke ein neues Umfeld.
Hier in Deutschland sei man sehr fokussiert auf die Arbeit, zu sehr vielleicht. Es fehle manchmal an Leichtigkeit. Das ist der Eindruck der Designerinnen aus Dubai, und die Berliner Teilnehmerinnen widersprechen nicht. Geld sei ein unangenehmes Thema für viele deutsche Schmuckkünstler, meint Mirjam Hiller. Es sei vielmehr die Kunst, die im Vordergrund stehe. Genau dieser künstlerische Anspruch hat es wiederum den Teilnehmerinnen aus Dubai angetan. Einen Teil davon nehmen sie mit nach Hause. Zum Beispiel den Mut, mit verschiedensten Materialien zu experimentieren.
Dann zeigen die deutschen Teilnehmerinnen, wie sich ihre Reise nach Dubai in ihrer Arbeit niedergeschlagen hat. Hier deutet ein Halsschmuck die Üppigkeit der orientalischen Ketten an. Dort finden sich architektonische Besonderheiten im Silber wieder. Doch noch ist längst nicht alles fertig. Am 22. Oktober reisten die Araberinnen zurück nach Dubai und werden dort ihrerseits die Eindrücke in ihren Schmuck einfließen lassen.

Die fertigen Arbeiten werden alle Teilnehmerinnen gemeinsam auf der Schmuckausstellung des Dubai Festivals präsentieren. Wie die Schmuckstücke aussehen, sehen Sie auch in der nächsten Ausgabe von ART AUREA.

Text Annika Reith

Fotos Harald Müller Dempf und Theresa Lunardon-Monteiro

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  • A4 Space
    Alserkal Avenue
    Dubai, VAE
  • Link

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